Klub 11897
- District 1910
- Broj charter-a
Gründungsdatum: 25.06.1930
Charterdatum: 02.08.1930
Patenclub: RC Wien
Gründungsbeauftragter: Altpräs. Anton Dietrich
Club-Gründungen: RC Mödling,
RC Wien Connect
Pastgovernors: Paul Jankowitsch (2011-2012)
Paul Jankowitsch (2016-2017)
RC Baden im Überblick Rotary wurde 1905 durch den
Rechtsanwalt Paul Harris in den USA gegründet. In Europa wurde der erste Rotary
Club 1921 in Madrid gegründet, und bereits 4 Jahre danach wurde im Jahre 1925
mit der Gründung des Rotary Club (RC) Wien der rotarische Gedanke erstmals nach
Österreich getragen. Der RC Wien war nur 5 Jahre später im Jahre
1930 der Patenclub des RC Baden bei Wien, der zehnte gegründete
Rotary Club in Österreich.
"Als sich an einem
Wintertage des Jahres 1905 in Chicago vier Männer zusammenfanden, um einen
Gedanken des Rechtsanwaltes Paul Harris in die Tat umzusetzen, da dachte wohl
niemand, dass diese Zusammenkunft zur Keimzelle einer Organisation werden würde,
die heute unter dem Namen "Rotary-International" buchstäblich die
ganze bewohnte Welt umfasst. Paul Harris hegte die feste Überzeugung, dass
zwischen Männern des tätigen Lebens, auch wenn ihre Interessen nicht
gleichlautend wären, dennoch Freundschaft herrschen könnte und Freundschaft
herrschen sollte. Diese wohlwollende Einstellung dachte er, würde dem
"Anderen" gegenüber und schließlich der Gesamtheit den größten Nutzen
und den größten Vorteil bringen. Um Männer, die dieses Willens waren, zusammenzuschließen,
um Helfer für die Verwirklichung dieses idealen Gedankens zu finden,
wurde der erste Club ins Leben gerufen. Freundschaft und Kameradschaft, das war
die Basis, auf der er begründet wurde. "Dienstleistung geht vor Eigennutz"
und "Wer andern dient, nützt sich selbst" waren seine
Grundsätze."
Diese Worte schrieb Hans
Petschek, ehrenamtliche Sekretär des RC Baden in der Ausgabe der Badener
Zeitung vom 13.6.1931 anlässlich des bevorstehenden Kongresses der deutschen
und österreichischen Rotarier in Baden bei Wien. Im Jahr 1925 hatte Ing. Dr. Otto
Böhler (Präsident des RC Wien 1927/28, 1. Vizepräsident von Rotary
International 1929/30 und Governor des 73. Distrikts 1930/31) aus den
Vereinigten Staaten die rotarische Idee nach Österreich gebracht, und nach der
Gründung der rotarischen Clubs in Wien, Graz, Salzburg, Innsbruck, Linz,
Klagenfurt, Bad Ischl und Steyr wurde am 25. Juni 1930 der RC Baden bei Wien
als Mitglied Nr. 3353 des Rotary International mit Hilfe des Patenclubs RC Wien
und dem internationalen Sekretariat Zürich gegründet.
Am 24. September 1930
überreichte Dr. Böhler als Governor im Rahmen eines festlichen Abends in
"Sachers Hotel und Kurhaus Helenental" die "Charter" an den
jungen RC Baden. Der Club zählte 17 Mitglieder.
Der Vorstand bestand im
Gründungsjahr nur aus dem Präsidenten Univ. Prof. Dr. Edmund Maliwa und dem
Sekretär Hans Petschek. Bereits im ersten Jahr seines Bestehens konnte der RC
Baden die Organisation der Distrikttagung des 73. Distrikts (Deutschland-Österreich)
übernehmen. Die Tagung stand im Zeichen der Bemühungen Rotary`s um Frieden und
Toleranz in der Welt. Der junge Club wollte sich besonders um eine
internationale Verständigung bemühen, in einer Zeit, in der die Wunden der
herrschenden Gewalt nur mit neuer Gewalt getilgt werden sollten. Die
wirtschaftliche Not der damaligen Krisenjahre machte es notwendig, dass eine
Reihe karitativer Wohltätigkeitsaktionen in der eigenen Gemeinde gesetzt wurde.
Viele Diskussionen befassten sich mit der Wirtschaftskrise der 30-er Jahre.
Gute Kontakte zu den benachbarten tschechoslowakischen Clubs (besonders RC
Bratislava) konnten geschlossen werden. Seit 1935 darf der RC Baden das Badener
Stadtwappen am Briefkopf führen.
Der ehrenamtliche Sekretär des
RC Baden, Hans Petschek, schrieb in den Jahren zwischen 1936 und 1938 folgendes
nieder:
Clubjahr 1936/37: "In
dieser politisch unheilvollen Zeit litten wohl alle österreichischen Clubs, so
auch der RC Baden, unter internen Spannungen. Diese, sie wurden noch durch
Angriffe von Politikern und der Boulevard Presse verstärkt, die Rotary Verbindungen
mit dem Freimaurertum vorwarfen, trugen entscheidend zum starken Wechsel der
Mitglieder und zum Sinken der Mitgliederzahl auf 18 (der Höchststand war Anfang
1933 mit 24 erreicht worden) bei."
Clubjahr 1937/38: "Die
Konferenz sämtlicher österreichischer Rotary Clubs in Linz beschloss, um den
Vorwürfen zu entgehen, dass Freimaurer nicht Mitglieder österreichischer Rotary
Clubs sein dürfen. Bereits kurz nach dem Einmarsch deutscher Truppen in
Österreich im Jahr 1938 kam es zur Selbstauflösung der österreichischen Rotary
Clubs. Diese wurde von der Geheimen Staatspolizei unter folgenden Bedingungen
anerkannt: 1.) Die Schriften der Rotary Clubs mussten den von der GESTAPO
beauftragten Beamten übergeben werden. 2.) Keine Vereinigung durfte als
getarnte Nachfolgeorganisation der einzelnen Clubs errichtet werden. 3.) Das
Clubvermögen war der NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrtsaktion) zu
übergeben.
Als letzter Schatzmeister legte
Rudolf Wochner dem "Bevollmächtigten für das Finanzwesen der
Organisationen und Verbände bei Stillhaltekommissar" Rechnung ab. Nach
Tilgung der Schulden belief sich das Vermögen des RC Baden auf Reichsmark
503,31 (Schilling 759.97), dieser Betrag floss der NSV zu. Fahnen, Wimpel,
Glocke, Geschenke und vieles mehr des RC Baden wurden beschlagnahmt."
Nach dem 2. Weltkrieg
konstituierten sich vorerst um 1950 wiederum Rotary Clubs in Salzburg, Linz,
Graz, Innsbruck und Steyr, am 14. April 1953 auch in Wien. Baden war das
Hauptquartier der sowjetischen Besatzungsmacht und es konnte erst nach
Abschluss des Staatsvertrages und nach Abzug der ausländischen Truppen an eine
Wiedergründung gedacht werden.
Rechtsanwalt Dr. Ernst Georg
Schmid war es zu danken, dass der Rotary-Club Baden bei Wien (RC Baden) bereits
1956 wieder neu erstand (11.Dezember 1956, 181. Distrikt). Die Charterfeier
fand am 19. März 1957 im Hotel Stadt Wien statt, unter Anwesenheit des
Governors, Gen. Dir. Max Dietrich, und des Präsidenten des Wiener Patenclubs,
Gen. Dir. Dr. Karl Vogt. Der Bürgermeister der Stadt Baden, Dr. Hahn, gab der
Hoffnung auf gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ausdruck.
Auch der neugegründete RC Baden
handelte im Sinne des rotarischen Mottos "Service above self". So
wurde etwa in den Jahren 1972 bis 1987 also immerhin 15 Jahre hindurch vom RC
Baden eine jährliche Altpapiersammlung in Baden organisiert und durchgeführt.
Im Jahre 1990 anlässlich des 60 Jahr Jubiläums des RC Baden wurde der
Kulturpreis ins Leben gerufen und wird seither an verdiente Badener Künstler
verliehen (über 30 Jahre). Der RC Baden betreibt seit 1989 anlässlich des
jährlichen Badener Advents eine Adventhütte (auch über 30 Jahre), um Gelder für
gemeinnützige Projekte zu sammeln.
Seit der Gründung im Jahre 1930
wurden Sozialprojekte im Gesamtwert von mindestens € 1,37 Mio. unterstützt,
dies entspricht valorisiert nach LHKI (38) dem "Lebenshaltungskostenindex
für eine 4-köpfige Arbeiterfamilie, Basis 1938" (Statistik Austria) einem
heutigen Wert von mindestens € 2,64 Mio. (Stand 2021).
Es gehört auch zu den
vornehmsten Aufgaben Rotary, jungen Menschen den Blick über die Grenzen ihrer
Heimatländer hinaus zu ermöglichen, ihnen die Chance zu bieten, fremde Länder,
Kulturen und Menschen kennen und verstehen zu lernen und damit einen Beitrag
zur Völkerverständigung zu leisten. Gibt es eine sinnvollere Investition in den
Weltfrieden? Rotary bietet mit seinen verschiedenen Programmen zahlreiche
Möglichkeiten, und der RC Baden kann mit Stolz behaupten, dass ihm die
Förderung Jugendlicher immer ein besonderes Anliegen gewesen ist. Die Arbeit
mit Jugendlichen war und ist mit Sicherheit zu jeder Stunde gut investiert,
nachhaltig und niemals "umsonst". Die erste Jugend-Croisiere mit der
Betreuung von 18 Jugendliche des RC Baden fand im Jahre 1958/59 stand. Solche
Jugend-Croisiere sind Studienaufenthalte von Mittelschülern für 2-Wochen.
Die Mitglieder des RC Baden
freuen sich auch weiterhin, ihr rotarisches Engagement in Wahrheit, Fairness,
Freundschaft und zum Nutzen für alle Beteiligten zu leben.
Dem RC Baden bedeutet die Pflege
von Freundschaft und Verständnis im Berufsleben in unserer Gesellschaft
allgemein sehr viel. Soziales Engagement im Sinne der rotarischen Idee wird
weiterhin in folgenden Bereichen seinen Ausdruck finden:
- In der Unterstützung Bedürftiger und als
Hilfe zur Selbsthilfe
- im Aufgreifen aktueller Themen, durch das
Ergreifen von Initiativen und, durch die Förderung von geeigneten
Institutionen
- durch den Einsatz von eigenem Wissen,
eigener Arbeitskraft und, eigener Mittel
- durch das Suchen und Finden von Partnern
und finanziellen Hilfen
- durch das Einbinden von Rotary
International, anderer Badener Serviceclubs und der öffentlichen Hand.
Und das alles in der Stadt und
Region Baden sowie in wirtschaftlich und sozial benachteiligten Ländern.